Aktivitäten und Aktionen

Für alle, die sich für Umwelt- und Klimaschutz, die Produktion von Lebensmitteln oder die Natur interessieren veranstalten wir Vorträge, Filmabende, Kochkurse, Betriebsbesichtigungen, Kräuterwanderungen und vieles mehr. Zusammen mit dem BUND-Kreisverband Ortenau haben wir das Bündnis „Gentechnikfreie Ortenau“ gegründet.

 

Außerdem organisieren wir den Warentauschtag in Haslach (zweimal im Jahr), Pflanzentauschtag (einmal im Jahr), die Kleidertauschbörse (einmal im Jahr) und das Repair-Café in Haslach (3. Samstag im Monat). In den Sommerferien bieten wir im Rahmen des Sommerferienprogramms Kochkurse für Kinder.

 

In unsrem Ladengeschäft können Sie in unserer Öko-Bibliothek stöbern und auch Bücher, DVDs und Co. ausleihen.

 

Wir freuen uns darauf, Sie bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen zu dürfen! Auch Gäste sind immer herzlich willkommen. Sie haben Ideen und Lust, bei uns aktiv mitzumachen? Dann kontaktieren Sie uns gerne.

 

Was beim Kiebitz e.V. als nächstes ansteht, finden Sie hier.


Jubiläumsjahr von „Kiebitz“ gut verlaufen

Foto von Sybille Wölfle. Das neue Vorstandsteam (von links): Barbara Hoicke, Sabina Kist, Susanne Schnurr. Angelika Spitzmüller, Erhard Fürst, Hanni Schaeffer, Annette Baumann und Fenja Wöhrle.
Foto von Sybille Wölfle. Das neue Vorstandsteam (von links): Barbara Hoicke, Sabina Kist, Susanne Schnurr. Angelika Spitzmüller, Erhard Fürst, Hanni Schaeffer, Annette Baumann und Fenja Wöhrle.

Verein zieht positive Bilanz / Annette Baumann ist neue zweite Vorsitzende / viele neue Mitglieder nach Tag der offenen Tür

 

Seit mittlerweile 31 Jahren bereichert die ökologische Verbrauchergemeinschaft „Kiebitz e.V.“ die Haslacher Vereinslandschaft mit großem Engagement. Am Mittwochabend haben sich rund dreißig Mitglieder zur Jahreshauptversammlung im Senioren-Treff im Bürgerhaus getroffen. Unter anderem wurde das Führungsteam im Amt bestätigt, 54 Neuzugänge und 22 Austritte wurden verbucht.

 

Der Kiebitz e.V. betreibt nicht nur den biologischen Haslacher Naturkostladen am Schafsteg. Die Mitglieder engagieren sich auch intensiv in unterschiedlichsten Bereichen, besonders wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Das wurde am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung mehr als deutlich. Nach der Begrüßung durch  die Vorsitzende Hanni Schaeffer ließ ihre Stellvertreterin Barbara Hoicke die zahlreichen Aktivitäten des ereignisreichen Jubiläumsjahres mit seinen elf Vorstandssitzungen und Höhepunkten, wie zum Beispiel der zweimalige Besuch des Waldkindergartens im Bioladen, die Betriebsbesichtigung beim Obst-Hof Müller in Unterharmersbach, der Vortrag von Karla-Maria Schälike vom Kinderzentrum Nadjeschda in Kirgisien oder der Pflanzentauschtag  noch einmal detailliert Revue passieren. Der Jahresausflug sei noch in Planung, sagte Hoicke.

 

Die Sprecher der acht Arbeitskreise des Vereins Kiebitz blickten ebenfalls zurück. Die Öko-Bibliothek, die, wie viele nicht wissen, auch für Nichtmitglieder zugänglich sei, verfüge momentan über 288 Bücher, resümierte Pauline Uhl. Neu hinzugekommen seien zehn Werke wie zum Beispiel „Selber machen statt kaufen“ oder „Anständig essen, ein Selbstversuch“. Von insgesamt 219 Reparaturen an neun Terminen im vergangenen Jahr, 66 % davon erfolgreich, berichteten Barbara Offenburger und Karl-Heinz Wössner vom Repair-Café. Das Projekt mit seinen 26 Helfern, davon seien rund 20 aktiv, habe sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, waren sich die beiden einig. Vom Arbeitskreis Sommerspaß „Schwarzwald trifft Italien“ hatte Julius Schaeffer viel Positives zu berichten. „Unsere Internetseite hat viele Neuerungen erfahren“, wussten Nadine Speidel-Demmel und Sabina Kist vom Arbeitskreis Homepage. Texte seien aktualisiert, die Schrift und das Design überarbeitet worden. Auch eine PDF des Kiebitz-Anmeldeformulars könne in Kürze heruntergeladen werden. Susanne Schnurr blickte auf die allseits  beliebten und sehr gut besuchten Warentauschtage im Frühjahr und Herbst zurück. Über das vom Kiebitz gegründete Aktionsbündnis „Gentechnikfreie Ortenau“ berichtete Angelika Spitzmüller. Die Aktualisierung des Flyers „Empfehlungen für den Einkauf von regionalen und gentechnikfreien Produkten“ war ein zentrales Thema. „Auch der dritte Pflanzentauschtag war ein großer Erfolg. Es lohnt sich auf jeden Fall hinzugehen“, betonte Spitzmüller. Annette Baumann vom 5-köpfigen Arbeitskreis „Plastik- nein danke!“ berichtete von mehreren Aktionen zur Vermeidung von Plastikmüll. Es sei schwierig an den Haslacher Wirte-Verein heranzukommen. „Eine Umstellung herbeizuführen erfordere einfach Zeit“, war sich Baumann sicher. Den Rechenschaftsbericht der Kleidertauschbörse legte Karina Schöpf vor. Die Resonanz sei mehr als positiv gewesen, denn „über 350 Tauscher waren ins Pfarrheim gekommen“, betonte sie. Kassenwart Erhard Fürst schloss die Kasse mit einem Plus und verlas den Bericht von Buchhalterin Ines Lichtenberg, die leider nicht anwesend sein konnte. Er berichtete von 34 Eintritten und 13 Austritten im vergangenen Jahr, davon fünf umzugsbedingt. 2019 bis dato seien nochmal zwanzig Mitglieder hinzugekommen und neun ausgetreten. Die Rechnungsprüfer Martin Hartmann und Helmut Sebisch bestätigten deren einwandfreie Führung. Anschließend wurde die gesamte Vorstandschaft einstimmig per Akklamation entlastet. Den Bericht von Geschäftsführerin Anne Ringwald mit seinen Besuchen von mehreren Vorträgen und Workshops verlas Heidi Schrempp. Man habe zwei weitere Lieferanten aus der Region für frische Bioware gefunden, viele neue Mitglieder hätte der Tag der offenen Tür gebracht, sagte Schrempp.

 

Einstimmig, mit einer Enthaltung,  wurde bei den Neuwahlen per Akklamation dann das Kiebitz-Vorstandsteam im Amt bestätigt. Vorsitzende bleibt Hanni Schaeffer, neu dabei ist Annette Baumann als zweite Vorsitzende, die das Amt von Barbara Hoicke, die sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stellte, übernahm. Kassenwart bleibt Erhard Fürst, Schriftführerin Susanne Schnurr. Die fünf Beisitzerinnen sind künftig Angelika Spitzmüller, Ingeborg Zechmeister, Barbara Hoicke, Fenja Wöhrle und Sabina Kist (letztere drei neu). Auch die acht Sprecher der Arbeitskreise und die Rechnungsprüfer wurden einstimmig wiedergewählt.

 

Karina Schöpf erhielt viel Lob für ihre dreijährige Mitarbeit in der Vorstandschaft. Auch Pauline Uhl wurde mit großem Dank für ihre 6-jährige Tätigkeit als „Beirat Bibliothek“ bedacht. Beide wurden mit einem Präsent verabschiedet. Mitarbeiterin Brunhilde Matt erhielt für besondere Leistungen einen Geschenkkorb. Mit einer Schätzfrage, bei der es etwas Leckeres zu gewinnen gab, schlossen die Kiebitz-Mitglieder nach gut zwei Stunden ihre diesjährige Jahreshauptversammlung.

 

Wer im Naturkostladen einkaufen möchte, muss dem Verein angehören. Der monatliche Mitgliedsbeitrag pro Haushalt beträgt 11,50 Euro. Einmalig ist zudem eine Einlage von 40 Euro zu zahlen. Allerdings bietet der Verein eine zweimonatige Probemitgliedschaft an, um das Angebot zu testen.

 

Text von Sybille Wölfle, erschienen am 1. Juli 2019 im Offenburger Tageblatt in leicht abgekürzter Form


Sie gibt »bildungsunfähigen« Menschen neue Hoffnung

Karla-Maria Schälike berichtet über ihre Arbeit in Kirgisien / Spenden sind immens wichtig

 

Von einem bunten, aufgeschlossenen Land, das eine ganze Bevölkerungsgruppe ausschließt, hat Karla-Maria Schälike kürzlich in der Carl-Sandhaas-Schule Haslach berichtet. Die Gründerin des Kinder-Rehabilitationszentrums »Ümüt-Nadjeschda« in Bischkek gibt seit 30 Jahren Kindern mit Behinderung eine Hoffnung. Kein leichtes Unterfangen, wie die zahlreichen Zuhörer erfuhren.

 

Zunächst ging aber ein Lob nach Haslach: Viele der Spenden, durch die das Zentrum sich finanziert, kommen aus der Hansjakobstadt. Sören Fuß hatte den ersten Kontakt hergestellt, denn Schälike ist eine ehemalige Klassenkameradin des Haslachers.

 

Was Schälike von der Entwicklung ihres Zentrums und den Hintergründen berichtete, war erschütternd. Das Land, das sie selbst mit großer Offenheit empfing, sperrte seine als »bildungsunfähig« eingestuften Menschen mit Behinderung weg. Das habe verschiedene kulturelle Hintergründe, erklärte sie: Die Einstufung selbst zum Beispiel stamme aus der Sowjetunion, mit ihr wurden Menschen gebrandmarkt, die in der Produktion keinen Wert hatten.

 

Schälike beschloss, zu helfen und diesen Kindern eine neue Heimat zu geben. Das gegen große Widerstände; zu Beginn hatte die Organisation schon allein mit dem Finden eines Hauses Schwierigkeiten. Kaum war dieses Problem gelöst, kamen Anfeindungen: »Die Nachbarn töteten unsere Tiere«, so Schälike. Die Angst der Menschen vor diesen »Anderen« sei immens gewesen, viele Kirgisen hätten noch nie in ihrem Leben jemanden mit Behinderung gesehen.

 

Doch die Hartnäckigkeit von Karla-Maria und Igor Schälike zahlte sich aus. Inzwischen – »die Kinder wachsen ja, wir wuchsen mit ihnen mit« – gibt es Einrichtungen, die die Kinder bis ins Erwachsenenalter begleiten. Sogar zwei soziale Dörfer und therapeutische Werkstätten. Die Einrichtung schaffte es sogar, dass sich im ganzen Land mehr um Inklusion bemüht wird. Eine inklusive Tanzgruppe gewann sogar einen internationalen Breakdance-Wettbewerb.

 

Also ist jetzt alles gut in Kirgisien? Nein. Noch immer läuft gerade die Sensibilisierung der Mitarbeiter in staatlichen Heimen schleppend. »Ümüt-Nadjeschda« kann nicht alle »Bildungsunfähigen« aufnehmen »und die Zustände in den Heimen für junge Erwachsene sind die Hölle«, fand Schälike deutliche Worte. Zudem kann die Organisation nicht auf staatliche Unterstützung hoffen. Das Land ist bettelarm. »Ümüt-Nadjeschda« finanziert sich zu 70 Prozent durch Spenden aus dem Ausland. Für diese Hilfe, auch aus Haslach, ist Schälike immens dankbar. Und warb darum, dass auch weiter gespendet wird: »Es wird finanziell immer enger.«

 

Bildunterschrift vom Gruppenfoto: Eine Spende in Höhe von 900 Euro  übergab Hanni Schaeffer (Dritte von links) vom »Kiebitz« an das Ehepaar Schälike (Vierte und Fünfter von links). Andreas Graff (links) von der gastgebenden Carl-Sandhaas-Schule war ebenfalls Ausrichter, Sören Fuß hatte den Kontakt hergestellt.

 

Text und Gruppenfoto: Lisa Kleinberger, erschienen im Schwarzwälder Boten am 7. Juni 2019

Die übrigen Fotos: Werner Kunschner

Foto: Schwarzwälder Bote/Kleinberger


Pflanzen-Tische dicht umlagert

Autorin: Inka Kleinke-Bialy, erschienen im Offenburger Tageblatt am 30.April 2019

 

Besucherrekord beim Pflanzentauschtag in Unterentersbach / Plädoyer für alte Obst- und Gemüsesorten

 

»Nach und nach besinnt man sich wieder auf die alten Gemüse- und Obstsorten, die sich schon immer bewährt haben«: Dies unterstrich Petra Rumpel, vom BUND-Umweltzentrums Ortenau, am vergangenen Samstag beim dritten Pflanzen- und Samentauschtag in Unterentersbach.

 

Die Ortenauer Kreisgruppe vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie der Haslacher Naturkostladen Kiebitz sind die Hauptträger des Aktionsbündnisses gentechnikfreie Ortenau. Dieses hat am vergangenen Samstag zum nun dritten Mal in Unterentersbach einen Pflanzen- und Samentauschtag auf dem Biohof Reber in Unterentersbach veranstaltet, der in diesem Jahr mehr Besucher denn je anlockte. Das beschauliche Unterentersbach war stellenweise zugeparkt, so groß war der Andrang.

 

»Pflanzentauschtage gibt es inzwischen sehr viele«, so Petra Rumpel, »meist geht es dabei aber um Zierpflanzen.« Wie zum Beispiel Stauden, die man als Gärtner teilen muss, damit sie nicht zu groß werden. Die Veranstaltung in Unterentersbach hingegen legt Wert darauf, dass auch möglichst viele Nutzpflanzen – also Gemüse-Setzlinge, Kräuter und Beeren­ableger – sowie deren Samen getauscht werden.

 

»Wir wollen lokales Saatgut und alte Arten fördern, um für die Unabhängigkeit von den großen Konzernen zu sorgen«, erklärte die BUND-Expertin. Denn die hätten ein Interesse daran, eher empfindliche Pflanzen zu verkaufen, die gleichzeitig Düngemittel benötigen und mit Pestiziden behandelt werden müssen.

 

»Die alten Arten aber sind an unsere Kultur hier angepasst, an den Boden und an das Klima«, betonte Rumpel, »und vielleicht auch sind wir von unserem Magen und von unserer Gesundheit her ein Stück weit angepasst an das, was man hier Jahrhunderte lang gesät, gepflanzt, geerntet und gegessen hat.«

 

Mehr Nutzpflanzen

Dass beim diesjährigen Pflanzentauschtag der Anteil der Nutzpflanzen stark zugenommen habe, freute auch Hanni Schaeffer, Vorsitzende des Kiebitz e.V., der sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz einsetzt und unter anderem verhindern will, dass regionales Saatgut verloren geht. »Wir haben gemerkt, dass die Leute dieses Jahr ihre Pflanzen aus eigenem Samen selber gezogen haben und auch recht viel Samen hierher bringen, das ist toll. ­Schaeffers Sohn Julius, Vorstandsmitglied des BUND Kinzigtal und Obstwaldplaner, agiert als die »Saatgutarche Kinzigtal«. Um weitere Unterstützer zu finden, ruft er eine Initiative ins Leben. Zudem hielt er einen von rund 90 Zuhörern besuchten Vortrag über alte Obst- und Gemüsesorten.

 

Eine Ausnahme vom Tauschprinzip machten die Veranstalter bei Tomatenpflanzen. Sage und schreibe 40 verschiedene Sorten in unterschiedlichsten Formen und Farben konnten von einem privaten Züchter erworben werden, der Erlös ist für einen guten Zweck bestimmt.

 

Saatgut für den biologischen Anbau bot der Demeter-Verein an, BUND und der Kiebitz e.V. waren mit einem Infostand vertreten, für die Bewirtung sorgten die Entersbacher Landfrauen.

 


Nur wer selbst begeistert ist, kann Andere begeistern!

Hofbesichtigung in Unterharmersbach am 2. Febr. 2019

 

Am vergangenen Samstag trafen sich etwa vierzig Interessierte, größtenteils Mitglieder des Kiebitz e.V., in Unterharmersbach auf dem Bauernhof der Familie Müller, die seit Herbst 2018 den Bioladen mit unterschiedlichen Apfel- und Birnensorten beliefert, zu Beginn auch mit Quitten, Zwetschgen und Pfirsichen. Für die Besichtigung des Hofs hatten vier der sieben erwachsenen Söhne und Töchter zusammen mit ihren Eltern alles bestens vorbereitet.

 

Voller Stolz informierte Herr Müller nach der Begrüßung durch Hanni Schaeffer, der Vereinsvorsitzenden, zunächst über die Entstehungsgeschichte des Hofs. Er hat das über hundert Jahre alte Anwesen von seinem Vater übernommen und es seither immer wieder durch An- oder Umbauten erweitert.

 

Auf welcher Philosophie beruht der Erfolg? Für die ganze Familie war von Anfang an klar, dass es eines ganzheitlichen Konzepts bedurfte, dessen Kern in der Erzeugung qualitativ hochwertiger Produkte für den Verbraucher liegt. Nur auf dieser Basis kann der Hof rentabel bewirtschaftet werden. Die Mitarbeit der gesamten Familie stellt ebenfalls eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen dar. Für die Betroffenen ist sie selbstverständlich.

 

Die Hofbesichtigung führte die Gäste in die Brennerei, zur Hackschnitzelanlage und in den Kuhstall. Letzterer ist so großzügig angelegt, dass die etwa dreißig Kühe, die nach Demetervorschrift nicht enthornt werden dürfen, bequem auf dem mit Holzspänen ausgelegten, weichen Boden liegen können. Jeder Kuh stehen etwa 10 m² Liegefläche und zusätzlich 4 m² Standfläche zur Verfügung. Gemolken werden die Tiere automatisch mit Hilfe eines Melkroboters, was für die Familie eine hohe zeitliche Flexibilität und damit für die Töchter und Söhne eine Berufstätigkeit außerhalb des Hofs ermöglicht. Überwacht wird die Melkanlage am PC. Der Kuhstall ist ebenso beeindruckend wie die Pflanzenkläranlage, die das Abwasser des ganzen Hofes komplett reinigt. Es fließt dann sauber und klar in den nahegelegenen Bach. Eine Besonderheit am Hof stellt auch der Photovoltaik-Drehschopf über der Güllegrube dar.

 

Wie erfolgt die Vermarktung? Die Milch wird bereits jetzt zu hundert Prozent über Demeter vermarktet, ist aber auch im eigenen Hofladen als Rohmilch erhältlich - ebenso die weiteren Produkte wie z.B. Obst und Schnaps.

 

Bei der Bewirtung mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen erfuhren wir, dass sowohl die Hofbäuerin als auch eine der Töchter eine einjährige Ausbildung in Bauernhofpädagogik absolviert haben. Sie können Kindern und Jugendlichen aus Kindergarten und Schule den ‚Lernort Bauernhof‘ kompetent vorstellen und ihnen Themen wie zum Beispiel die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln nahebringen. Die jungen Besucherinnen und Besucher kommen, und das ist das Wichtigste, unmittelbar mit den Tieren auf dem Hof in Berührung. Nach der Erfahrung der Familie Müller sind Tiere die besten Therapeuten für Kinder, weil sie ihnen die Chance bieten, sowohl selbst Verantwortung zu übernehmen als auch vorhandene Ängste abzubauen.

 

Familie Müller ermöglichte den Gästen nicht nur, im Rahmen einer Besichtigung die Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen. Sie lehrte auch zwei Dinge für das Leben: Es lohnt sich zu kämpfen, um seine Ziele zu erreichen. „Aufgeben war für uns noch nie eine Lösung“, meint die Familie. Ohne beharrliche Auseinandersetzung mit den Behörden hätte der Hof zum Beispiel keinen Drehschopf.

Und: Begeisterung ist eine notwendige Voraussetzung für das Gelingen einer Aufgabe. Den Mitgliedern der Familie Müller ist diese Begeisterung in ihren Gesichtern anzusehen. Die Eltern haben sie ihren Töchtern und Söhnen vermittelt. Auch auf die Besucherinnen und Besucher sprang der Funke der Begeisterung über.

 

Beeindruckt und erfüllt verließen alle den Hof, nachdem das Vorstandsmitglied Karina Schöpf im Namen des Kiebitz e.V. der Familie Müller ein Geschenk aus dem Bioladen übergeben hatte.

 

Angelika Spitzmüller