Unsere Aktivitäten

Bestimmte Aktivitäten des Vereins werden von einer wechselnden Anzahl vereinsinterner Arbeitskreise unterstützt. Zur Zeit gibt es Arbeitskreise zu den Themen Warentauschtag, Repair Café Haslach, Kinderkochkurse, Öko-Bibliothek, Kleider-Tauschbörse und Gentechnikfreie Ortenau.

 

In unregelmäßigen Abständen bieten wir auch Vorträge, Filmabende, Kochkurse, Betriebsbesichtigungen, Kräuterwanderungen, Tage der offenen Tür und Ähnliches an. In Zusammenarbeit mit dem Haslacher Kino sponsern wir den Eintritt von Schulklassen zu Filmen mit aktuellen ökologischen Themen. Zudem sind wir jedes Jahr mit einem Stand auf dem Haslacher Weihnachtsmarkt vertreten.

 

Wir freuen uns über jeden, der Lust hat, in irgendeiner Form bei uns mitzumachen.

Nur wer selbst begeistert ist, kann Andere begeistern!

Hofbesichtigung in Unterharmersbach am 2. Febr. 2019

 

Am vergangenen Samstag trafen sich etwa vierzig Interessierte, größtenteils Mitglieder des Kiebitz e.V., in Unterharmersbach auf dem Bauernhof der Familie Müller, die seit Herbst 2018 den Bioladen mit unterschiedlichen Apfel- und Birnensorten beliefert, zu Beginn auch mit Quitten, Zwetschgen und Pfirsichen. Für die Besichtigung des Hofs hatten vier der sieben erwachsenen Söhne und Töchter zusammen mit ihren Eltern alles bestens vorbereitet.

 

Voller Stolz informierte Herr Müller nach der Begrüßung durch Hanni Schaeffer, der Vereinsvorsitzenden, zunächst über die Entstehungsgeschichte des Hofs. Er hat das über hundert Jahre alte Anwesen von seinem Vater übernommen und es seither immer wieder durch An- oder Umbauten erweitert.

 

Auf welcher Philosophie beruht der Erfolg? Für die ganze Familie war von Anfang an klar, dass es eines ganzheitlichen Konzepts bedurfte, dessen Kern in der Erzeugung qualitativ hochwertiger Produkte für den Verbraucher liegt. Nur auf dieser Basis kann der Hof rentabel bewirtschaftet werden. Die Mitarbeit der gesamten Familie stellt ebenfalls eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen dar. Für die Betroffenen ist sie selbstverständlich.

 

Die Hofbesichtigung führte die Gäste in die Brennerei, zur Hackschnitzelanlage und in den Kuhstall. Letzterer ist so großzügig angelegt, dass die etwa dreißig Kühe, die nach Demetervorschrift nicht enthornt werden dürfen, bequem auf dem mit Holzspänen ausgelegten, weichen Boden liegen können. Jeder Kuh stehen etwa 10 m² Liegefläche und zusätzlich 4 m² Standfläche zur Verfügung. Gemolken werden die Tiere automatisch mit Hilfe eines Melkroboters, was für die Familie eine hohe zeitliche Flexibilität und damit für die Töchter und Söhne eine Berufstätigkeit außerhalb des Hofs ermöglicht. Überwacht wird die Melkanlage am PC. Der Kuhstall ist ebenso beeindruckend wie die Pflanzenkläranlage, die das Abwasser des ganzen Hofes komplett reinigt. Es fließt dann sauber und klar in den nahegelegenen Bach. Eine Besonderheit am Hof stellt auch der Photovoltaik-Drehschopf über der Güllegrube dar.

 

Wie erfolgt die Vermarktung? Die Milch wird bereits jetzt zu hundert Prozent über Demeter vermarktet, ist aber auch im eigenen Hofladen als Rohmilch erhältlich - ebenso die weiteren Produkte wie z.B. Obst und Schnaps.

 

Bei der Bewirtung mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen erfuhren wir, dass sowohl die Hofbäuerin als auch eine der Töchter eine einjährige Ausbildung in Bauernhofpädagogik absolviert haben. Sie können Kindern und Jugendlichen aus Kindergarten und Schule den ‚Lernort Bauernhof‘ kompetent vorstellen und ihnen Themen wie zum Beispiel die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln nahebringen. Die jungen Besucherinnen und Besucher kommen, und das ist das Wichtigste, unmittelbar mit den Tieren auf dem Hof in Berührung. Nach der Erfahrung der Familie Müller sind Tiere die besten Therapeuten für Kinder, weil sie ihnen die Chance bieten, sowohl selbst Verantwortung zu übernehmen als auch vorhandene Ängste abzubauen.

 

Familie Müller ermöglichte den Gästen nicht nur, im Rahmen einer Besichtigung die Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen. Sie lehrte auch zwei Dinge für das Leben: Es lohnt sich zu kämpfen, um seine Ziele zu erreichen. „Aufgeben war für uns noch nie eine Lösung“, meint die Familie. Ohne beharrliche Auseinandersetzung mit den Behörden hätte der Hof zum Beispiel keinen Drehschopf.

Und: Begeisterung ist eine notwendige Voraussetzung für das Gelingen einer Aufgabe. Den Mitgliedern der Familie Müller ist diese Begeisterung in ihren Gesichtern anzusehen. Die Eltern haben sie ihren Töchtern und Söhnen vermittelt. Auch auf die Besucherinnen und Besucher sprang der Funke der Begeisterung über.

 

Beeindruckt und erfüllt verließen alle den Hof, nachdem das Vorstandsmitglied Karina Schöpf im Namen des Kiebitz e.V. der Familie Müller ein Geschenk aus dem Bioladen übergeben hatte.

 

Angelika Spitzmüller

Jahresrückblick

Jubiläumsrundbrief 2018
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Jahresrückblick 2017
Rundbrief Nr. 92 - Dezember 2017.pdf
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