Aktivitäten und Aktionen

Für alle, die sich für Umwelt- und Klimaschutz, die Produktion von Lebensmitteln oder die Natur interessieren veranstalten wir Vorträge, Filmabende, Kochkurse, Betriebsbesichtigungen, Kräuterwanderungen und vieles mehr. Zusammen mit dem BUND-Kreisverband Ortenau haben wir das Bündnis „Gentechnikfreie Ortenau“ gegründet.

 

Außerdem organisieren wir den Warentauschtag in Haslach (zweimal im Jahr), Pflanzentauschtag (einmal im Jahr), die Kleidertauschbörse (einmal im Jahr) und das Repair-Café in Haslach (3. Samstag im Monat). In den Sommerferien bieten wir im Rahmen des Sommerferienprogramms Kochkurse für Kinder.

 

In unsrem Ladengeschäft können Sie in unserer Öko-Bibliothek stöbern und auch Bücher, DVDs und Co. ausleihen.

 

Wir freuen uns darauf, Sie bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen zu dürfen! Auch Gäste sind immer herzlich willkommen. Sie haben Ideen und Lust, bei uns aktiv mitzumachen? Dann kontaktieren Sie uns gerne.

 

Was beim Kiebitz e.V. als nächstes ansteht, finden Sie hier.

Pflanzen-Tische dicht umlagert

Autorin: Inka Kleinke-Bialy, erschienen im Offenburger Tageblatt am 30.April 2019

Besucherrekord beim Pflanzentauschtag in Unterentersbach / Plädoyer für alte Obst- und Gemüsesorten

 

»Nach und nach besinnt man sich wieder auf die alten Gemüse- und Obstsorten, die sich schon immer bewährt haben«: Dies unterstrich Petra Rumpel, vom BUND-Umweltzentrums Ortenau, am vergangenen Samstag beim dritten Pflanzen- und Samentauschtag in Unterentersbach.

 

Die Ortenauer Kreisgruppe vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie der Haslacher Naturkostladen Kiebitz sind die Hauptträger des Aktionsbündnisses gentechnikfreie Ortenau. Dieses hat am vergangenen Samstag zum nun dritten Mal in Unterentersbach einen Pflanzen- und Samentauschtag auf dem Biohof Reber in Unterentersbach veranstaltet, der in diesem Jahr mehr Besucher denn je anlockte. Das beschauliche Unterentersbach war stellenweise zugeparkt, so groß war der Andrang.

 

»Pflanzentauschtage gibt es inzwischen sehr viele«, so Petra Rumpel, »meist geht es dabei aber um Zierpflanzen.« Wie zum Beispiel Stauden, die man als Gärtner teilen muss, damit sie nicht zu groß werden. Die Veranstaltung in Unterentersbach hingegen legt Wert darauf, dass auch möglichst viele Nutzpflanzen – also Gemüse-Setzlinge, Kräuter und Beeren­ableger – sowie deren Samen getauscht werden.

 

»Wir wollen lokales Saatgut und alte Arten fördern, um für die Unabhängigkeit von den großen Konzernen zu sorgen«, erklärte die BUND-Expertin. Denn die hätten ein Interesse daran, eher empfindliche Pflanzen zu verkaufen, die gleichzeitig Düngemittel benötigen und mit Pestiziden behandelt werden müssen.

 

»Die alten Arten aber sind an unsere Kultur hier angepasst, an den Boden und an das Klima«, betonte Rumpel, »und vielleicht auch sind wir von unserem Magen und von unserer Gesundheit her ein Stück weit angepasst an das, was man hier Jahrhunderte lang gesät, gepflanzt, geerntet und gegessen hat.«

 

Mehr Nutzpflanzen

Dass beim diesjährigen Pflanzentauschtag der Anteil der Nutzpflanzen stark zugenommen habe, freute auch Hanni Schaeffer, Vorsitzende des Kiebitz e.V., der sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz einsetzt und unter anderem verhindern will, dass regionales Saatgut verloren geht. »Wir haben gemerkt, dass die Leute dieses Jahr ihre Pflanzen aus eigenem Samen selber gezogen haben und auch recht viel Samen hierher bringen, das ist toll. ­Schaeffers Sohn Julius, Vorstandsmitglied des BUND Kinzigtal und Obstwaldplaner, agiert als die »Saatgutarche Kinzigtal«. Um weitere Unterstützer zu finden, ruft er eine Initiative ins Leben. Zudem hielt er einen von rund 90 Zuhörern besuchten Vortrag über alte Obst- und Gemüsesorten.

 

Eine Ausnahme vom Tauschprinzip machten die Veranstalter bei Tomatenpflanzen. Sage und schreibe 40 verschiedene Sorten in unterschiedlichsten Formen und Farben konnten von einem privaten Züchter erworben werden, der Erlös ist für einen guten Zweck bestimmt.

 

Saatgut für den biologischen Anbau bot der Demeter-Verein an, BUND und der Kiebitz e.V. waren mit einem Infostand vertreten, für die Bewirtung sorgten die Entersbacher Landfrauen.

Nur wer selbst begeistert ist, kann Andere begeistern!

Hofbesichtigung in Unterharmersbach am 2. Febr. 2019

 

Am vergangenen Samstag trafen sich etwa vierzig Interessierte, größtenteils Mitglieder des Kiebitz e.V., in Unterharmersbach auf dem Bauernhof der Familie Müller, die seit Herbst 2018 den Bioladen mit unterschiedlichen Apfel- und Birnensorten beliefert, zu Beginn auch mit Quitten, Zwetschgen und Pfirsichen. Für die Besichtigung des Hofs hatten vier der sieben erwachsenen Söhne und Töchter zusammen mit ihren Eltern alles bestens vorbereitet.

 

Voller Stolz informierte Herr Müller nach der Begrüßung durch Hanni Schaeffer, der Vereinsvorsitzenden, zunächst über die Entstehungsgeschichte des Hofs. Er hat das über hundert Jahre alte Anwesen von seinem Vater übernommen und es seither immer wieder durch An- oder Umbauten erweitert.

 

Auf welcher Philosophie beruht der Erfolg? Für die ganze Familie war von Anfang an klar, dass es eines ganzheitlichen Konzepts bedurfte, dessen Kern in der Erzeugung qualitativ hochwertiger Produkte für den Verbraucher liegt. Nur auf dieser Basis kann der Hof rentabel bewirtschaftet werden. Die Mitarbeit der gesamten Familie stellt ebenfalls eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen dar. Für die Betroffenen ist sie selbstverständlich.

 

Die Hofbesichtigung führte die Gäste in die Brennerei, zur Hackschnitzelanlage und in den Kuhstall. Letzterer ist so großzügig angelegt, dass die etwa dreißig Kühe, die nach Demetervorschrift nicht enthornt werden dürfen, bequem auf dem mit Holzspänen ausgelegten, weichen Boden liegen können. Jeder Kuh stehen etwa 10 m² Liegefläche und zusätzlich 4 m² Standfläche zur Verfügung. Gemolken werden die Tiere automatisch mit Hilfe eines Melkroboters, was für die Familie eine hohe zeitliche Flexibilität und damit für die Töchter und Söhne eine Berufstätigkeit außerhalb des Hofs ermöglicht. Überwacht wird die Melkanlage am PC. Der Kuhstall ist ebenso beeindruckend wie die Pflanzenkläranlage, die das Abwasser des ganzen Hofes komplett reinigt. Es fließt dann sauber und klar in den nahegelegenen Bach. Eine Besonderheit am Hof stellt auch der Photovoltaik-Drehschopf über der Güllegrube dar.

 

Wie erfolgt die Vermarktung? Die Milch wird bereits jetzt zu hundert Prozent über Demeter vermarktet, ist aber auch im eigenen Hofladen als Rohmilch erhältlich - ebenso die weiteren Produkte wie z.B. Obst und Schnaps.

 

Bei der Bewirtung mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen erfuhren wir, dass sowohl die Hofbäuerin als auch eine der Töchter eine einjährige Ausbildung in Bauernhofpädagogik absolviert haben. Sie können Kindern und Jugendlichen aus Kindergarten und Schule den ‚Lernort Bauernhof‘ kompetent vorstellen und ihnen Themen wie zum Beispiel die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln nahebringen. Die jungen Besucherinnen und Besucher kommen, und das ist das Wichtigste, unmittelbar mit den Tieren auf dem Hof in Berührung. Nach der Erfahrung der Familie Müller sind Tiere die besten Therapeuten für Kinder, weil sie ihnen die Chance bieten, sowohl selbst Verantwortung zu übernehmen als auch vorhandene Ängste abzubauen.

 

Familie Müller ermöglichte den Gästen nicht nur, im Rahmen einer Besichtigung die Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen. Sie lehrte auch zwei Dinge für das Leben: Es lohnt sich zu kämpfen, um seine Ziele zu erreichen. „Aufgeben war für uns noch nie eine Lösung“, meint die Familie. Ohne beharrliche Auseinandersetzung mit den Behörden hätte der Hof zum Beispiel keinen Drehschopf.

Und: Begeisterung ist eine notwendige Voraussetzung für das Gelingen einer Aufgabe. Den Mitgliedern der Familie Müller ist diese Begeisterung in ihren Gesichtern anzusehen. Die Eltern haben sie ihren Töchtern und Söhnen vermittelt. Auch auf die Besucherinnen und Besucher sprang der Funke der Begeisterung über.

 

Beeindruckt und erfüllt verließen alle den Hof, nachdem das Vorstandsmitglied Karina Schöpf im Namen des Kiebitz e.V. der Familie Müller ein Geschenk aus dem Bioladen übergeben hatte.

 

Angelika Spitzmüller

Jahresrückblick

Jubiläumsrundbrief 2018
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Jahresrückblick 2017
Rundbrief Nr. 92 - Dezember 2017.pdf
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